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Smartes Gebäude und Quartier – wo fängt es an wo hört es auf?

Gibt es Voraussetzungen, die erfüllt werden müssen, bevor man ein Smarthome betrieben kann?

Ja, natürlich! Es muss sichergestellt werden, dass unterschiedlich Geräte mit- und untereinander kommunizieren können. Diese „Basis“-Funktionen eines Netzwerks werden durch den Router zur Verfügung gestellt. Per (LAN) Kabel und per kabellosem (W-LAN) kommunizieren die Geräte über das sogenannte Internet Protokoll (IP) miteinander. Der Router übernimmt zudem noch die Vergabe von eindeutigen Adressen für jedes Gerät, sodass die Geräte wissen, unter welcher Adresse wer erreichbar ist. 

Ein Router ist in der Regel auch das Tor zum Internet, er funktioniert aber auch ohne Anbindung an das Internet im lokalen Netzwerk. 

Die Sicherheits-Einstellungen des Routers sollten Sie besonderes Augenmerk schenken! Denn das ist der Punkt an dem viele Smarthomes „gehackt“ werden können, da der Router die Möglichkeit bietet, dass man von Außen darauf zuzugreifen kann.

Das bedeutet zum einen, dass jeder mit einem W-LAN fähigen Gerät wie zum Beispiel ein Smartphone, Tablet, Laptop, etc. Ihr Netzwerk betreten kann, wenn das richtige Passwort erraten bzw. eingeben wurde. Ein entsprechendes Sicherheits-Konzept, ausbaufähig und zukunftsfähig für die nächsten 20 Jahre ist also der erste Schritt für ein sicheres, zukunftsfähiges Smarthome!

Für welches System soll ich mich entscheiden?

Es gibt ja unzählige Smarthome Systeme, wie soll ich da den Überblick behalten, Funk- oder Kabelgebundenes (BUS) System, soll ich mich an einen Systemintegrator wenden oder lieber selber machen?

Als Faustregel gilt, bei Neubau und umfangreichen Sanierungen empfiehlt sich ein kabelgebundenes System – Für Gebäude im Bestand bleibt Ihnen nur eine Funklösung.

KNX ist die erste Wahl bei einem kabelgebundenem System. Es ist seit über 10 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt worden. Aufgrund der nachfolgenden Argumente kann man davon ausgehen, dass dieses System auch noch lange weiterentwickelt wird und noch lange auf dem Markt bleiben wird:

  • Weltweit 470 namhafte Hersteller 
  • Über 8.000 intelligente Produkte und zertifizierte KNX-Komponenten
  • Rund 83.000 Systemintegratoren und professionell geschulte KNX-Spezialisten rund um den Globus
  • Ein breites Portfolio für die vernetzte Gebäudeautomation im Smart Building

Neben KNX ist LOXONE einer der namhaftesten Anbieter. Leider ist es ein proprietäres System und man kann schwer abschätzen wie lange die Entwicklung weitergeht. Gleichzeitig gibt es aber auch Vorteile gegenüber dem KNX System und man ist unter Umständen mit LOXONE besser beraten. Das finden wir dann in einem gemeinsamen Gespräch heraus.

Bei den Funklösungen wird es da schon etwas komplexer. Hier ist die Anzahl an Anbietern enorm und stetig wachsend. Man muss die Struktur und die verwendeten Baumaterialien kennen, um ein möglichst stabiles Funknetz aufbauen zu können. Man muss die richtigen Messgeräte haben, um das Funknetz zu analysieren und Fehler beheben zu können. Der deutsche Markt bietet seit über 30 Jahren Funklösungen (wie z.B. den Funkstandard FS20) und so lange beobachten wir den Markt bereits.

Das ist mir ja jetzt schon zu komplex, da baue ich lieber ohne diesen „Schnickschnack“

Diese Rechnung kann am Ende nicht aufgehen, da über die letzten 20 Jahre „Smarthome“ zu einem Standard geworden ist. Insbesondere die neue Generation Mieter, die mit dem Smartphone in der Wiege aufgewachsen sind, sehen Apps und Konnektivität bereits als Standard. Alles kann bereits mit dem Smartphone gemacht werden und ersetzt oft bereits den Schlüssel für Hotel und Mietwagen, selbstverständlich ebenfalls über das Smartphone reserviert, gebucht und bezahlt.

Die Frage ist nicht, ob das Gebäude sowie die Wohneinheiten smart werden, sondern wie viel Umsatz Sie damit machen!

Amon Reich, Nordheim am Main, Juni 2022

Natürlich können Sie es dem Mieter selber überlassen, sich diesen „Schnickschnack“ einbauen und beim Auszug wieder ausbauen zu lassen. Sie sehen, in der Regel ist der Mieter gewillt für Smarten-Service zu zahlen. Nehmen Sie diesen Servicegedanken mit auf und integrieren es in Ihr Geschäftsmodell. Im Abo können Sie so zwischen 50 € und 350 € mehr Umsatz generieren. Die Amortisation smarten Geräte pro Wohneinheit ist nach 1 bis 4 (je nach eingesetzter Technologie) Jahren erreicht.

Smartifizierung per Gesetz

Des Weiteren lassen sich mittlerweile mit smarter, vernetzter Technik Geld einsparen. Grund hierfür ist das Gebäudeenergiegesetz (GEG), energetische Effizienz und deren Messbarkeit von Gebäuden und die CO₂-Zertifikate. Genau wie bei vielen anderen elektrischen Verbrauchern (Kühlschränke, Fernseher, Lampen) werden diese energetisch dargestellt. Haben Sie keine entsprechende Automation der unterschiedlichen Verbraucher in Ihrem Gebäude (Heizung, Klima, Solar, usw.), dann bekommen Sie ein „schlechtes Energielabel“.

Ein Beispiel haben wir zum Beispiel in diesem Blogbeitrag behandelt. 💡 Regelung der Beleuchtung nach dem Gebäudeenergiegesetz GEG (EN15232-DINV18599)

Schauen Sie in diesem Zusammenhang auch mal bei dem Institut für Gebäudetechnik vorbei. Im Tipp des Monats Februar 2021 wurde das folgende Thema behandelt:

Förderung von Maßnahmen der Gebäudeautomation durch das BAFA-Förderprogramm BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) hier gehts zum genannten Artikel. Das Beste ist, man bekommt eine Tabelle zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe dieser Checkliste können Sie erkennen, wie hoch die Anforderungen an die Gebäudeautomation bereits ist, um eine entsprechend gutes Energie lable zu bekommen. Hier können Sie die Datei „Planungsprozess(EN15232-DINV18599)-ChecklisteV04 2“ direkt herunterladen

Steigente Kosten steigern die Akzeptanz von smarten Gebäuden

Wer nicht mitmacht, zahlt darauf. Inflation, Energiepreise, Lieferengpässe und Krieg – Auswirkungen auf die Immobilienbranche. Ja, hier lässt sich definitiv merklich einsparen. So waren in der Vergangenheit die Notwendigkeit Energie zu sparen eher ein ideologischer als ein wirtschaftlicher Ansatz. Aber mit einer Verfünffachung des Gaspreises (Stand Juni 2023) und einer Verdopplung des Strompreises geht es den Bürgern jetzt richtig ans Geld. Smarte Funktionen wie „Fenster auf, Heizung aus“ propagierte die Industrie bereit vor 15 Jahren, ließe sich bis zu 30 % Energiekosten einsparen. Interessiert hat es damals aber kaum einen unsere Kunden. Das könnte sich aber ab sofort ändern!

Das war Teil 1 des Interviews. Teil 2 wird in Kürze veröffentlicht.

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